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Der Palast der Republik hätte gerettet werden können. Wie Stefan Haupt in seiner Entwurfsarbeit am Lehrstuhl für Konstruktives Entwerfen der RWTH Aachen (Prof. Mirko Baum) zeigt, hätte eine ein-Raum-tiefe Nachempfindung des Berliner Schlosses alle Interessen befriedigen können, ohne dass der Abriss eines wesentlichen Dokuments der DDR-Baugeschichte notwendig geworden wäre – eine Kopie, die sich schützend um ein Original legt. Aus denkmalpflegerischer Sicht wäre eine solche unkonventionelle Kopie des Stadtschlosses, die eine städtebauliche Lücke schließt, aber Verlorenes nicht durch Zerstörung von Authentischem rekonstruiert, keineswegs fragwürdiger als die Schlossattrappe, die nun als Ergebnis des Wettbewerbs entstehen soll. Auch eine Nutzung für seinen ungewöhnlichen Vorschlag hat Haupt entwickelt und die Finanzierung vorgerechnet.

Wir zeigen diesen Entwurf zusammen mit Fotos von Mirjam Benkner, die die freigelegten Treppentürme als letzte Reste des DDR-Vorzeigebaus kurz vor ihrem Abriss dokumentierte. Die eigentümliche Ausstrahlung dieser Baukörper illustriert das Potenzial, welche der Palast der Republik als Inspirationsquelle für den Umgang mit diesem Areal besessen hätte.

 

Projektbeschreibung und Finanzierungskonzept des "Stadtschlosses". Hierbei ist das Nutzungskonzept in besonderem Maße hervorzuheben, da hierin auf die Beziehung zwischen Bautyp, Nutzung und Form hingewiesen wird. Ein Aspekt, der oft vergessen wird. © Stefan Haupt.

 

Die vier Treppentürme kurz vor ihrem Abriss – letzte sichtbare Reste des Palastes der Republik. Im Hintergrund der Berliner Dom (Foto: ©Mirjam Benkner).

 


Fassaden, Querschnitt und Grundriss der Erdgeschosses. Die einraumtiefe Schlossattrappe wird zum Schutzmantel des eigentlichen Denkmals, dem Palast der Republik. © Stefan Haupt.

 

Das Ensemble des Platzes: Treppentürme, der Berliner Dom und Schinkels Altes Museum (Foto: © Mirjam Benkner).

 

Ansicht der Schlossfassade. © Stefan Haupt.

 

Stadtraum im Wandel: Original (Friedrichwerdersche Kirche, K.F. Schinkel), Versuchsbau bzw. Vorbote weiterer Rekonstruktionen (Musterecke Bauakademie, K.F. Schinkel, Abri+Raabe, 2000), temporäre Baukörper (Temporäre Kunsthalle Berlin von Adolf Krischanitz mit gepixelter Wolken-Außenhülle von Gerwald Rockenschaub, 2008) und letzte Reste (Foto: ©Mirjam Benkner).

  


Klassischer Formenkanon natürlich auch im Innern. Die Kaisertreppe nimmt Bezug auf die lange Tradition höfischer Empfangszeremonien. © Stefan Haupt.

 

Einzelne Querschnitte unterstreichen die Bedeutung der repräsentativen Erschließung für die Nutzung eines Schlosses. © Stefan Haupt.

  

Vielleicht hätten die Reste der Erschließung des Palastes der Republik als Ausgangspunkt einer neuen Planung dienen können. Leichte Baukörper zwischen schweren Resten der DDR-Vergangenheit. Eine geschickte Wegeplanung hätte die Chance gehabt, die zahlreichen Blickbeziehungen szenographisch zu inszenieren (Fotos: ©Mirjam Benkner).

  


Detailreiche Formen benötigen eine detaillierte Planung – und heute auch den Nachweis der energetischen Eigenschaften der gewählten Konstruktion. © Stefan Haupt.

Lizenz

Jedermann darf dieses Werk unter den Bedingungen der Digital Peer Publishing Lizenz elektronisch über­mitteln und zum Download bereit­stellen. Der Lizenztext ist im Internet abrufbar unter der Adresse http://www.dipp.nrw.de/lizenzen/dppl/dppl/DPPL_v2_de_06-2004.html