Vom Faux Terrain zum begehbaren Alpenpanorama Vergnügungsarchitektur an der Wende zum 20. Jahrhundert Haps Silke Im späten 19. Jahrhundert realisierten Bauunternehmen Ausstellungsarchitekturen wie begehbare Berglandschaften als Großprojekte in Rabitzbauweise. Vom Konzept ein Phänomen der Vorkriegszeit, waren sie so kurzlebig wie die Ausstellungen, auf denen sie als Erlebniswelten dienten und so wenig bekannt sind sie heute: Zeitgenössische Texte schildern nicht die gebauten Anlagen, sondern die illusionistischen Landschaften, Abbildungen zeigen retuschierte Ansichten, so dass mit dem Abbruch der Bauten auch weitgehend das Wissen über die Konstruktion verschwand. Im Unterschied zu den heute noch zitierten Ikonen der Weltausstellungen seit 1851 sind die Alpenpanoramen selbst von der Forschung übersehen. Mit der Fokussierung der Architekturhistoriographie des 20. Jahrhunderts auf die Formensprache geriet in Vergessenheit, dass auch diese Bauten nahezu sämtliche Themen der architektonischen Moderne beinhalteten: ökonomisierte Bauprozesse, neue Materialien, leichte Konstruktionen, technisierte Ausstattung. Ausstellungsarchitektur Boswau & Knauer Weltausstellungen Panorama Diorama Alpenpanorama Alpenverein Rabitzbauweise Gewerbeausstellung Faux Terrain Thielen, Georg Hochgürtel, Gustav Vergnügungsarchitektur 670 700 720 710 periodical academic journal archimaera ephemere architektur 003 2009 1865-7001 urn:nbn:de:0009-21-21339 http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0009-21-21339 haps2009