grenzwertig
Grenzen schärfen den Blick für Eigenarten. Grenzerfahrungen weiten den Horizont. Wo liegen die Grenzwerte der Architektur?
Call for Papers: archimaera #5: GRENZWERTIG (read this CFP in English)
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Mit dem Thema "grenzwertig" wird im fünften Heft von archimaera ein besonders interdisziplinäres Phänomen der Baukunst in den Blick genommen. Grenzen definieren Gebiete unterschiedlicher Eigenschaften. Indem sie trennen, etwa das Bekannte vom Unbekannten, das Innen vom Außen oder das Alte vom Neuen, machen sie Gegensätzlich- wie Gemeinsamkeiten bewusst und schärfen den Blick für die jeweiligen Eigenarten.
Die Ausgestaltung von Grenzen und Übergängen gehört zu den archetypischen Architekturphänomenen. Die Prägnanz ihrer Ausbildung variiert vom fast unmerklich nuancierten Wechsel bis hin zur überhöhten Marke, ihre Durchlässigkeit von der Festschreibung der Trennung bis hin zur Einladung zum Überschreiten. Je nach Bewertungskriterium und Betrachtungsabstand beinhaltet eine Grenze dabei statt einer eindeutigen Trennlinie häufig Zonen, die weder der einen noch der anderen Seite zugeordnet werden können. Das Zusammenspiel aus diesseitigem und jenseitigem Bereich und der Unschärfe als räumliche Aufweitung des „Dazwischen“ macht den Wert einer Grenze aus – und lohnt eine näher gehende Betrachtung.
Bewusst gezogene Grenzen erzählen von Intentionen dessen, der die Trennlinie zieht. Dieser Bezug wird auch beispielhaft deutlich an besonderen Orten, an denen etwa Grenzüberschreitungen als Übergang von einem Lebensabschnitt in den nächsten zelebriert werden.
Zu Grenzen muss man vorstoßen. Die auf diesem Weg des Annäherns gewonnene Erfahrung liefert zumeist schon aufschlußreiche Eindrücke. Um auf „die anderen Seite“ zu gelangen, muss man Grenzen überschreiten. Das Erleben einer solchen "Grenzerfahrung" führt häufig zu Anpassungen des bislang bekannten Grenzverlaufes an die neuen Erkenntnisse. Die Auseinandersetzung mit den Rändern ist daher ebenso wie der Blick über die Grenze hinweg ein geeignetes Werkzeug, den Charakteristika des eigenen Umfeldes auf die Spur zu kommen.
Es stellen sich Fragen. Auf welche Art und zu welchem Zweck wurden und werden Grenzen formuliert? Welchen Wert stellten und stellen sie dar? Welche Erfahrungen werden beim Vordringen in Grenzbereiche der Architektur gemacht? Welche Werkzeuge sind für eine solche Annäherung geeignet? Welche Tendenzen der Entwicklung sind festzustellen? Wo liegen die Grenzwerte der Architektur?
archimaera lädt ein, an der Diskussion teilzunehmen. Für das geplante Heft werden Beiträge gesucht, die sich dem Phänomen der "Grenz-Wertigkeit" in ihrer Vielschichtigkeit aus unterschiedlichsten Richtungen nähern, etwa in physischer/ territorialer, soziologischer/ kultureller oder auch konstruktiver Hinsicht. Wir freuen uns auf wissenschaftliche und kreative Beiträge.
Dr.-Ing. Architekt Joachim Müller
Bitte senden Sie Vorschläge für Beiträge in Form eines einseitigen Exposés bzw. einer Arbeitsprobe bis zum 31. Mai 2011 an:
Redaktion *archimaera*
Dr.-Ing. Joachim Müller
Joachim.mueller[at]archimaera.de
Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis Ende Juni 2011. In einem zweiten Schritt sind die ausgewählten Beiträge in ausgearbeiteter Form bis zum 30.September 2011 einzureichen.
Fristen:
31. Mai 2011 (Exposés)
30. September 2011 (Beiträge)